
Als Bundestagsabgeordneter und später als Landtagsabgeordneter war mir nach verschiedenen Starkregen- und Hochwasserereignissen in meinem Wahlkreis immer wichtig, dass die Kommunen beim Hochwasserschutz nicht alleine gelassen werden und es dazu vom Bund und vom Land Baden-Württemberg Fördermaßnahmen gibt. So konnte nun am 9. April 2026 der Spatenstich für die Hochwasserschutzmaßnahme „Bretten 2“ erfolgen.
Am rechten Ufer der Weißach im Bereich des Reitclubs und des Tennisclubs soll in diesem Jahr eine 270 Meter lange HWS-Mauer gebaut werden. Diese Schutzmauer wird größtenteils aus in Beton versetzten quaderförmigen Natursteinen bestehen und im Falle einer möglichen Überschwemmung die Pferdeställe und die Tennishalle schützen. Die Gesamtkosten betragen rund 720000 Euro. Dazu gibt es Förderungen von rund 480000 Euro.
Starkregen- und Hochwasserprobleme
Bretten hatte in den vergangenen Jahren vor allem Starkregen- und Hochwasserprobleme am Saalbach sowie in tieferliegenden Stadtbereichen. Beim schweren Unwetter am 13. August 2024 war Bretten Teil eines großräumig betroffenen Gebiets im Landkreis Karlsruhe. Die Probleme in Bretten sind damit weniger ein klassisches Flusshochwasser wie an großen Strömen, sondern vor allem Starkregen, Abfluss aus dem Umland und schnelle Pegelanstiege im Saalbach-System. Der Landkreis Karlsruhe bezifferte die Schäden nach dem August-2024-Ereignis entlang des Saalbachs zwischen Bretten, Gondelsheim, Helmsheim, Heidelsheim und Bruchsal auf mehr als 125 Millionen Euro.
Fortschritte beim Hochwasserschutz
Über die parlamentarische Arbeit, regionale Positionierungen und die Begleitung konkreter Schutzmaßnahmen für den Hochwasserschutz im Raum Bretten konnte ich als Abgeordneter dazu beitragen, dass es nun immer mehr sichtbare Fortschritte beim Hochwasserschutz gibt. Die Stadt Bretten setzt in diesem Zusammenhang auf ein umfangreiches Schutzkonzept mit baulichen Maßnahmen und Frühwarnsystemen. Dazu gehören Sanierungen, Uferbefestigungen, Dammerhöhungen, Verwallungen, Schutzmauern, Gewässeraufweitungen und Objektschutz. Zusätzlich wurde 2019 ein Starkregen-Frühalarmsystem eingeführt, das per SMS, E-Mail oder Telefon warnt und Pegel sowie Niederschlag in Echtzeit überwacht.
Prävention ist immer günstiger und wirksamer
Zu den Hochwasserschutz-Grundsätzen gehört nicht nur in und rund um Bretten zunächst, Wasser möglichst dort zurückzuhalten, wo es entsteht. Das bedeutet: Flächenentsiegelung, Erhalt natürlicher Überschwemmungsräume und eine kluge städtebauliche Entwicklung nach dem Prinzip der Schwammstadt. Ebenso wichtig ist im Landkreis Karlsruhe der technische Schutz vor den besonders gefährdeten Gewässern wie Alb, Saalbach und Pfinz, an denen in der Region zahlreiche Projekte geplant oder bereits in Umsetzung sind. Ergänzend braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Landkreis und Kommunen, weil Hochwasser nicht an Verwaltungsgrenzen Halt macht. Nicht zuletzt bleibt die Eigenvorsorge dennoch unverzichtbar. Eigentümer sind gehalten, Gebäude gegen Rückstau, Oberflächenwasser und eindringende Feuchtigkeit zu sichern. Hochwasserschutz ist damit Ausdruck praktischer Verantwortung: Er verbindet ingenieurtechnische Vernunft mit räumlicher Weitsicht und dem Bewusstsein, dass Prävention immer günstiger und wirksamer ist als nachträgliche Schadensbeseitigung.